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ERITREA

Im Nordosten des Kontinentes, umringt von Dschibuti, Äthiopien, Sudan und dem Roten Meer liegt der jüngste Staat Afrikas, Eritrea, der zu den ärmsten Ländern der Welt zählt. Eritrea war bis zum Zweiten Weltkrieg italienische Kolonie, danach wurde von den Vereinten Nationen eine Föderation mit Äthiopien bestimmt. Bis 1961 wurde Eritrea von Äthiopien nach und nach vollständig annektiert. Parallel entstand in Eritrea eine starke Unabhängigkeitsbewegung - es begann ein 30 Jahre dauernder Unabhängigkeitskrieg, der 1991 beendet wurde.
Nach einer Volksabstimmung wurde das Land am 24.Mai 1993 unabhängig, und formierte sich zu einer Präsidialrepublik mit Einparteiensystem. Schon 1998 gab es einen erneuten Grenzkrieg mit Äthiopien, das bis heute die von der internationalen Grenzkommission in Den Haag festgesetzten Grenzmarkierungen nicht anerkennt. Dadurch bedingt müssen viele Eritreer (nach dem regulären Wehrdienst) zusätzlich eine nationale Dienstpflicht ableisten. Aus der Geschichte des Landes ergeben sich auch die Grundlinien der Außenpolitik: Das Ziel ist, die erworbene und verteidigte Unabhängigkeit dauerhaft zu bewahren.
Heute hat Eritrea rund 5 Millionen Einwohner, die auf ca. 124.000 qkm hauptsächlich (70-80%) von der Landwirtschaft leben. Die bedeutendsten Industriezweige sind Nahrungsmittel verarbeitende Betriebe und die Textilindustrie. Die industrielle Förderung der reichhaltigen Bodenschätze (Kupfer, Gold, Silber, Zink) durch ein eritreisch-kanadisches Konsortium soll 2010 beginnen, der Export von Marmor wird von der Regierung gefördert.
Das Land ist in sechs Verwaltungsregionen aufgeteilt und wird von neun unterschiedlichen ethnischen Gruppen bewohnt, die entsprechend neun verschiedene Sprachen sprechen. Die größte ethnische Gruppe sind mit ca. 50% die Tigrinya, deren Sprache (Tigrinya) neben Arabisch und Englisch auch Amts- und Verkehrssprache ist. In Eritrea leben ca. 55% sunnitische Muslime neben orthodoxen, aber auch protestantischen und römisch-katholischen Christen - Moscheen und christliche Kirchen prägen das Stadtbild der Hauptstadt Asmara.
In Folge des Krieges und der immer wiederkehrenden Dürreperioden ist der Lebensstandard in Eritrea sehr niedrig, die medizinische Versorgung muss dringend verbessert werden: die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei ca. 55 Jahren.
Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 18 Jahren, fast 45% der Bevölkerung sind unter 14 Jahren. Die Bildungspolitik hat in Eritrea eine herausragende Bedeutung, dabei stehen muttersprachlicher Grundschulunterricht, Erhöhung der Alphabetisierungsrate und Zugang zu Bildungseinrichtungen für alle Bevölkerungsschichten im Vordergrund. In den letzten zehn Jahren konnten im Bildungsbereich beachtliche Fortschritte erzielt werden.
Geschrieben von Sabine Schrage
Quellennachweis: Inhaltliche Quellen: Auswärtiges Amt, Wikipedia, Welt-in-Zahlen, Länder-Lexikon Abbildungsnachweis: Abb. 1: Karte von Eritrea, aus: Wikimedia Commons, Lizenz: public domain Abb. 2: Flagge von Eritrea, aus Wikimedia Commons, Lizenz: public domain Abb. 3: Regierungssitz in Asmara, aus Wikimedia Commons, Lizenz: GNU Free Documentation License Abb. 4: Junge in Asmara, © 2005 HeartHelp e.V.

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